Foto: Kai Oehler
Heimstärke pur: Jena setzt sich klar gegen Wasserburg durch
Foto: Kai Oehler
Die VIMODROM Baskets Jena haben sich mit einem klaren Statement in die Nationalmannschaftspause verabschiedet. Vor rund 100 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern im traditionsreichen Sporthallenkomplex Lobeda-West setzte sich das Team deutlich mit 84:60 gegen den TSV 1880 Wasserburg durch und sprang damit in der Tabelle auf Platz drei. Die Partie bot eine Mischung aus dominanter Anfangsphase, physischem Rebound-Kampf und überzeugenden individuellen Leistungen – allen voran von Marta Miscenko und Cianna Gloster.
Schon das erste Viertel deutete an, in welche Richtung sich der Abend entwickeln würde. Jena legte mit hoher Intensität los, attackierte den Korb entschlossen und verteidigte mit konsequenter Präsenz. Das Ergebnis: ein starkes 23:6 nach den ersten zehn Minuten. Die frühe Kontrolle verschaffte der Mannschaft Selbstvertrauen, zugleich musste Wasserburg früh aus der eigenen Struktur heraus improvisieren.
Wasserburg fand erst im zweiten Abschnitt besser in die Partie. Der TSV verkürzte mit einem 21:24-Abschnitt, nutzte kleinere Nachlässigkeiten bei Jena und arbeitete sich über Schnellangriffe und zweite Chancen zurück ins Spiel. Dennoch blieb Jena spielbestimmend, vor allem dank der physischen Vorteile unter den Körben und einer variablen Offensive.
Der Abend gehörte in vielen Phasen zwei Spielerinnen: Marta Miscenko und Cianna Gloster. Beide lieferten ein Double-Double, beide gaben dem Spiel Energie und Stabilität. Miscenko dominierte mit 22 Punkten, 18 Rebounds und einer Effizienz von 40 – ein Wert, der ihre Präsenz an beiden Enden des Feldes widerspiegelt. Besonders stark war ihre defensive Arbeit, in der sie Wasserburg mehrfach zu schwierigen Abschlüssen zwang.
Gloster ergänzte dieses Bild perfekt: 20 Punkte, 14 Rebounds und eine Effizienz von 29. Ihre Physis am offensiven Brett (7 Offensivrebounds) brachte Jena zahlreiche zweite Chancen, die in entscheidenden Momenten den Rhythmus stabilisierten. Annika Heck und Annika Schwarz fügten jeweils 11 Punkte hinzu und setzten Akzente aus der Mitteldistanz und im Fastbreak. Laila Walker präsentierte sich als Spielgestalterin und steuerte sechs Assists sowie zwei Steals bei.
Auch statistisch zeigt sich die klare Linie der Partie. Jena traf 48,5 Prozent aus dem Feld, während Wasserburg nur auf 34,2 Prozent kam. Besonders das Rebounding unterstrich die Dominanz – 52:34 für Jena, ein Plus von 18 Brettern. Die physische Präsenz im eigenen Haus machte den Unterschied und sorgte für Kontrolle im Spieltempo.
Wasserburg hatte seine starken Momente, vor allem über Hayley Smith (19 Punkte, 6 Rebounds) und Neseya Williams (15 Punkte, 7 Rebounds), die offensive Impulse setzten. Marlene Stechl überzeugte als Ballverteilerin mit 6 Assists und 4 Steals. Doch trotz guter Freiwurfquote (75 Prozent) und weniger Ballverlusten (13 gegenüber 19 bei Jena) fand der TSV nie dauerhaft in eine stabile Offensivstruktur. Zu konsequent war die Jenaer Defensive, zu variabel die Optionen im Jenaer Angriff.
Im letzten Viertel setzte Jena den Schlusspunkt – abgeklärt, kontrolliert, mit Blick auf die Tabelle. Der Endstand von 84:60 bedeutet nicht nur den fünften Saisonsieg, sondern auch ein deutliches Ausrufezeichen Richtung Liga. Für das Team aus Jena ist es ein Moment, der Zuversicht gibt und die Stimmung vor der Pause hebt.
In Lobeda-West, wo früher schon große Spiele stattfanden, wurde an diesem Abend ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Die Fans gingen zufrieden nach Hause – und Jena bleibt im Rennen um die Spitzenplätze der Liga.