Wer das Tempo macht: Jada Smith kommt nach Jena
Was das konkret heißt, lässt sich schwer in einer Statistik fassen. Es zeigt sich eher in Momenten: wenn ein Angriff, der eigentlich im Ballbesitz der Gegnerinnen enden sollte, plötzlich schnell wird, weil Smith den Ball früher als erwartet nach vorne trägt. Oder wenn ein hektisches Spiel auf einmal ruhiger wirkt, weil sie es bewusst verlangsamt. Genau dieses Gespür für Rhythmus macht sie auf der Guard-Position wertvoll, wo Kontrolle und Timing oft mehr entscheiden als reine Athletik. Mit 1,75 Metern Körpergröße ist sie als Point Guard organisiert, kann als Combo Guard aber auch auf die 2 rutschen. Ihr starker Arm ist der rechte.
An sich selbst arbeiten will sie in der kommenden Saison am Contact Scoring, also daran, auch unter Körperkontakt zuverlässig zu punkten. Ein Ziel, das zu ihrem Spielertyp passt: Wer das Tempo macht, gerät zwangsläufig auch mal in Situationen, in denen der Weg zum Korb nicht frei ist.
Zwischen den Trikots: JShnack, Mamba Shnackums, Deuce
Wer Jada Smith nur beim Namen ruft, kennt sie noch nicht richtig. Im Team ist sie unter gleich drei Spitznamen unterwegs. JShnack und Deuce sind die kürzeren Varianten, doch der Name mit der größten Geschichte ist Mamba Shnackums, eine klare Anspielung auf Kobe Bryant, die "Black Mamba". Bryant ist ihr Vorbild im Basketball, wie für viele Spielerinnen ihrer Generation, und der Spitzname trägt diese Referenz seither mit sich herum.
Aus dem Namen ist inzwischen auch ihr Lebensmotto geworden: "Good Shnackums, Live while you're Living." Eine Haltung, die sich mit den drei Worten deckt, mit denen sie sich selbst beschreibt: leidenschaftlich, fröhlich, widerstandsfähig. Auf dem Feld zeigt sich das in ihrer Entschlossenheit, abseits davon in einer Gelassenheit, die man sich in engen Spielsituationen wünscht.
Nach Basketball musste in ihrer Familie niemand lange suchen. Geboren am 18. April 1997 in Birmingham, Alabama, wuchs Smith mit vier älteren Geschwistern auf, die alle bereits spielten. Der Ball war einfach da, von Anfang an. Über Stationen, die sie zuletzt zu Aþena Basketball nach Island führten, wo sie die vergangenen zwei Spielzeiten verbrachte, geht ihr Weg nun weiter nach Deutschland. Ihren bislang größten sportlichen Erfolg feierte sie 2020, als sie mit ihrem Team den Rivalen in der Conference Championship besiegte, ein Sieg, den sie bis heute nicht vergessen hat.
Abseits der Halle ist von diesem Tempo wenig zu spüren, oder vielleicht doch, nur anders gerichtet. Jada schaut gern Serien, trifft sich mit Leuten zum Spielen und ist ständig auf der Suche nach neuen Cafés und Orten, die sie noch nicht kennt. Beim Essen ist sie unkompliziert und alles andere als wählerisch, auf ihrer Playlist wechseln sich Pop, Rap und Soul ab.
Die VIMODROM Baskets Jena freuen sich, mit Jada Smith eine Spielerin zu verpflichten, die weiß, wie man ein Spiel führt, ohne es sich anmerken zu lassen. Willkommen in Jena, Jada.